Landestrojaner “0zapftis” wurde auch in NRW eingesetzt – Offener Brief an Innenminister Jäger

Wenn wir eine Raubkopie anfertigen, wollen Sie, einige Ihrer Vorgänger und die Medienlobby uns dafür für “bis zu 5 Jahre” in den Knast werfen. Jetzt müssen wir leider zurückfragen: “Herr Innenminister Jäger, was steht eigentlich auf Verfassungsbruch?”, denn auch in NRW wurde der Landestrojaner eingesetzt. Machen wir uns klar: Das LKA NRW hat vermutlich wissentlich die engen Grenzen des Bundesverfassungsgerichts überschritten.

Das BvfG hat Ihnen und Ihren unterstellten Mitarbeitern eine deutliche Ansage gemacht: Es darf ausschließlich die laufende Telekommunikation überwacht und aufgezeichnet werden. Da Sie offenbar nicht über den technischen Sachverstand verfügen, die Erkenntnisse des Chaos Computer Clubs zu beurteilen, erkläre ich Ihnen gerne genauer, was der vermutlich in Bayern entwickelte Staatstrojaner mit dem illusteren Namen “0zapftis” alles so kann bzw. nicht kann:

1. Er kann Screenshots machen

Screenshots sind sogenannte “Bildschirmfotos”. Es wird dabei der gesamte Inhalt, der gerade auf dem Monitor dargestellt wird in einer Datei gespeichert. Damit wird nicht die laufende Kommunikation überwacht, sondern der gesamte Bildschirminhalt.

Um es nochmal ganz klar zu sagen: Bereits hiermit wurde die Verfassung gebrochen. Das Bundesverfassungsgericht hat den rechtlich Rahmen anders definiert: “Das Gesetz, das zu einem solchen Eingriff ermächtigt, muss Vorkehrungen enthalten, um den Kernbereich privater Lebensgestaltung zu schützen”. Die daraufhin eingeführte Quellen-Telekommunikationsüberwachung bewegt sich innerhalb dieses Rahmens. Das daraus entstandene Programm – der Trojaner – nicht. Sie werden den Unterschied zwischen dem Abhören eines Internet-Telefonats und dem Aufzeichnen des gesamten Bildschirminhalts hoffentlich klar erkennen.

2. Er kann beliebige Daten nachladen

Der Trojaner kann Daten und Programme aus dem Internet auf die Festplatte des betroffenes Rechners laden. Nervige Journalisten heimlich mit Kinderpornografie bestücken und öffentlich diskreditieren, it’s not a bug, it’s a feature! Es tut mir leid, aber ich kann mir den Zynismus an dieser Stelle nicht mehr verkneifen, denn es ist so unglaublich, wie hier mit unseren Grundrechten umgegangen wird, das ich nahezu sprachlos bin. Leider ist es so, dass vielen Bürgern und vorallem den meisten Politikern der Altparteien wegen mangelnder Sachkenntnis der Ausmaß dieses Skandals gar nicht bewusst ist, aber stellen Sie es sich doch einfach so vor: Sie beauftragen einen Mitarbeiter wenn Sie telefonieren ein Tonaufnahmegerät einzuschalten. Statt dieser Weisung macht der Mitarbeiter zusätzlich noch ständig Fotos von Ihnen, wühlt in Ihrer Aktentasche, tauscht Akten aus, beobachtet Sie auf der Toilette und liegt Abends zwischen Ihnen und Ihrer Frau mit im Bett. Würden Sie das wollen? Finden Sie das gut? Wie definieren Sie den Begriff “Privatsphäre” bezogen auf das Internet-Zeitalter?

3. Er ist unzureichend abgesichert

Der Trojaner ist nur schlecht gegen den Zugriff durch Dritte abgesichert. Um beim Beispiel von oben zu bleiben: Das bedeutet, dass Sie Abends im Bett zwischen sich und Ihrer Frau nicht nur Ihren Mitarbeiter, sondern durchaus noch ein Paar mehr Personen liegen haben. Jeder halbwegs begabte Cracker kann den Trojaner ebenfalls benutzen. Somit ist er ein völlig ungeeignetes Ermittlungswerkzeug, da die Behörden überhaupt nicht nachweisen kann, ob die Inhalte nicht von einem Dritten auf dem Computer abgelegt wurden.

4. Die Daten werden über ausländische Server geleitet

Die Daten, die der Trojaner liefert, werden über einen Server in den USA zu den Behörden in Deutschland geleitet. Ihnen dürfte bekannt sein, dass in den USA grundsätzlich andere Gesetze gelten, als in Deutschland und der Server in den USA diesen Gesetzen unterliegt. Es ist völlig unklar, ob die Daten auf diesem ausländischen Server ausreichend vor dem Zugriff durch Dritte, oder gar durch US amerikanische Behörden abgefragt werden können. Auch ist nicht klar, ob sich das LKA mit diesen Methoden in den USA möglicherweise strafbar gemacht hat, denn auch in den USA steht “hacking” meines Wissens unter Strafe, das wird wohl auch für ausländische Kriminalbehörden gelten, wenn keine entsprechenden Abkommen bestehen.

Wir forderen Sie dazu auf nicht den Fehler zu machen, wie Ihr bayrischer Amtskollege Herr Herrmann, der sich nun hinstellt und sagt, es sei doch alles in Ordnung und nebenbei versucht die Erkenntnisse des CCC zu diskreditieren. Das zeugt nur von mangelndem technischen Sachverstand und deutet auf eine Fehlinterpretation des Wortes “Hacker”. Wir Hacker sind die Guten, wir weisen auf Probleme hin, wir versuchen das Netz sicherer und besser zu machen. Ein Trojaner wie er innerhalb Ihrer unterstellten Behörde zum Einsatz gekommen ist, wird üblicherweise nur von “Crackern” benutzt. Das sind die Bösen, die versuchen Sicherheitslücken zum persönlichen Vorteil zu nutzen, so wie der Staat es hier gegenüber seinen Bürgern gemacht hat. Nur um das mal klarzustellen.

Werden Sie sich des Ausmaßes dieses Bruchs mit unserer Verfassung bewusst und stellen Sie sich Ihrer Verantwortung. Sie sind ein Vertreter des Volkes, nehmen Sie diese Aufgabe ernst und handeln Sie nach dem Grundsatz, dass ein Abgeordneter nur seinem Gewissen verpflichtet ist. Stellen Sie sich die Gewissensfrage, ob dieser Eingriff in die Privatsphäre der Menschen, die Sie vertreten gerechtfertigt ist. Für uns Piraten ist klar: So geht es nicht und nicht weiter. Die andauernden Rufe des Staates vermeintliche Sicherheit gegen die Grundrechte einzutauschen muss endlich verstummen!

Unsere Forderung ist, da die am Trojaner beteiligten Mitarbeiter der Landeskrimialämter offenbar nicht in der Lage sind, den rechtlich vorgegebenen Rahmen einzuhalten, den Einsatz dieses Programms sofort zu unterbinden und den Vorfall zu untersuchen und aufzuklären. Die Ergebnissen der Untersuchung müssen personelle Konsequenzen haben.

Mit piratigen Grüßen

Marc Schieferdecker
aus Menden (Sauerland)

Was ist los mit den Piraten im Märkischen Kreis?

Die Berlinwahl ist vorbei, die Piraten haben ein sensationelles Ergebnis erreicht. Hier im Märkischen Kreis ist es nach der Landtagswahl leider recht still geworden um die Piraten. Dies lag einerseits an der persönlichen Lebensentwicklung einzelner Mitglieder, war aber auch der Tatsache geschuldet, dass wir im Kreis einfach unterbesetzt sind. Im gesamten Märkischen Kreis gibt es gerade mal knapp über 30 Piraten. Mit dieser Mitgliederzahl ist es schwierig einen Stammtisch aufrecht zu erhalten, insbesondere vor dem Hintergrund, dass nach der Landtagswahl NRW nach dem wirklich anstrengenden Wahlkampf dann auch erstmal die Luft raus war.

Aber – ja es gibt ein aber – nach Berlin ist alles anders. Mehrere interessierte Menschen haben sich bei mir gemeldet und die Presse fühlte sich auf den Plan gerufen, was sogar zu einigen Artikeln in den Lokalzeitungen geführt hat. Das sehe ich sehr positiv. Wenn also nun deutlich mehr Personen (die ja nicht Parteimitglieder sein müssen) zusammen kommen würden, dann wäre es gut, den Stammtisch neu zu beleben. Ich stehe dazu mit Stephan Bien aus Iserlohn in Kontakt, der sich darum bemühen wollte. Leider habe ich aber von ihm noch keine Rückmeldung erhalten.

Also Leute, stay tuned, vielleicht kriegen hier wir in Kürze doch noch was auf die Reihe.

 

Mit piratigen Grüßen

Marc Schieferdecker
Piratenpartei NRW | Crew: LennePiraten

Leserbrief von Stefan Bien zum Thema Moscheebau

Unser Direktkandidat Stefan Bien hat heute seine Meinung zum Thema Moscheebau  im Barendorfer Bruch in Iserlohn mit einem Leserbrief in der IKZ kundgetan, welchen wir euch nicht vorenthalten wollen:

Der anstehende Moscheebau bewegt Iserlohn zur Zeit, insbesondere nach der heftig geführten Diskussion im Internetforum unserer Tageszeitung. Wegen der teilweise heftigen Argumente im Netz und von Seiten des BDB halte ich es für notwendig, zu diesem Thema auch Stellung zu beziehen.

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Infostand Menden, morgen, Samstag 06.03.2010

Auf dem gestrigen Crewtreffen in Iserlohn haben die Piraten beschlossen kurzfristig am morgigen Samstag einen Infostand in der Mendener Fußgängerzone zu veranstalten, um interessierte Bürgerinnen und Bürger über die Ziele der Piratenpartei zu informieren. Zudem möchten die Piraten im Rahmen des Infostandes Unterstützungsunterschriften für die Direktkandidatur im Wahlkreis MK II sammeln.

Von 10:30 bis in den späten Nachmittag stehen die Piraten mit ihrem Infostand in der Nähe des Kiosk bei “Ihr Platz” Rede und Antwort, geben Infomaterialien aus und werben um Unterschriften.

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